Archiv der Kategorie: Familienbande

Petros Markaris und sein Kater Gian

Viel ist nicht über Petros Markaris und seinen Kater Gian herauszukriegen. Immerhin hat der griechische Schriftsteller kürzlich dem Diogenes Magazin (Nr. 8, Herbst 2011) folgendes anvertraut: »Aber die ersten drei Monate brauche ich [beim Schreiben eines Romans] meine Wohnung, meinen Schreibtisch und meinen Kater. Der neue Roman ist teilweise meinem Kater gewidmet: ›Für Josephine und Gian‹. Gian heißt der Kater. Ich mag Katzen sehr. Ich bin verliebt in Katzen.«

Wer weiß, vielleicht kommt über diese Beziehung bald noch mehr an den Tag …

Petros Markaris in seiner Athener Wohnung mit Kater Gian. Entnommen aus: Diogenes Magazin (Nr. 8, Herbst 2011)

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Der jüdische Friedhof in Breslau

Der jüdische Friedhof in Breslaus ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Er ist ein verwunschener Ort, an dem auch einige Größen der europäischen Geistesgeschichte ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die steinernen Zeugen der Vergänglichkeit reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück.

Auf dem Friedhof leben drei scheue Katzen, die vom Friedhofswärter betreut und versorgt werden. Dieser schwarze Kater ist besonders vorsichtig. Er lief immer wieder davon, bis er sich schließlich doch auf einer großen Grabsäule in vorsichtig geduckter Haltung fotografieren ließ. Der Friedhofswärter war ganz erstaunt, dass ein Foto aus dieser Nähe gelungen ist.

Wenig später wurde er gemeinsam mit einer grauen Katze gesichtet, die auch zum Friedhof gehört. Als er sich ihr nähern wollte, fauchte sie ihn laut an und verschwand im Dickicht des Unterholzes …

… um dann plötzlich vor dem Friedhofseingang sehr fotogen (aber mit skeptischem Gesicht) auf einem Marmorblock statuengleich wieder aufzutauchen.

Die dritte Katze erschien dann auch noch, konnte aber nicht mehr fotografiert werden. Dies alles geschah am späten Nachmittag, wenn die Katzen vom Friedhof zum Wärterhaus kommen, um gefüttert zu werden. Diese Zeit sollte man also einplanen, wenn man die Katzen des Breslauer Friedhofs sehen möchte.

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Kater Dante aus Breslau

Der Kater Dante wurde vor zweieinhalb Jahren im Riesengebirge geboren und von Frau Chabinska-Piatek, die in Breslau in der ul. Szewska 50 ein Antiquariat betreibt, adoptiert. Seitdem lebt Dante in dem Buchantiquariat. Als er noch klein war, schlief er gern auf der Göttlichen Komödie von Dante. So kam er zu seinem Namen. Dante avancierte schnell zum Liebling nicht nur der Kunden des Antiquariats, sondern auch vieler Einwohner Breslaus, die oft in das Buchgeschäft kommen, um ihm Futter zu bringen und ihn zu streicheln.

Dante geht in der Nacht stromern und steht dann am nächsten Morgen vor der Tür, um wieder eingelassen zu werden. Eines Tages tauchte er nicht mehr auf, und als er sich mehrere Tage nicht blicken ließ, veröffentlichten Tageszeitungen Suchmeldungen über ihn, was seinen Bekanntheitsgrad über Breslau hinaus enorm steigerte. (Er tauchte dann ein paar Tage später wieder auf, als wäre nichts gewesen.) Seitdem in Dante in ganz Polen bekannt. Dante hat auch eine Facebook Fanpage (http://www.facebook.com/pages/Dante-Kot-Dante/200576069984841?ref=ts) und einen eigenen Blog: http://kotdante.wordpress.com/.

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Wir können auch im Wäschekorb fliegen

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Eine sehr sympathische Katzen-Bande

Ein herzlicher Dank an Susan Ville, die mir dieses köstliche Werbe-Video geschickt hat:

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Die Geburt von 5 Katzen – und die ersten 14 Tage in ihrem Leben

Ihr solltet Euch wirklich die Zeit nehmen, dieses sensationelle Video über die Geburt und die ersten vierzehn Tage im Leben fünf junger Katzen anschauen, die liebevoll von ihren sorgsamen und aufmerksamen Eltern begleitet werden. Spannender als jeder Krimi, lustiger als jede Komödie, anrührender als jeder Herzschmerzfilm. Den Film drehte der tschechische Avantgarderegisseur Alexander Hammid, d.i. Alexander Hackenschmied, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Hammid, 1947 in seiner New Yorker Wohnung in der Morton Street.

Und herzlichen Dank an Viktor Rotthaler, der mir dieses Video geschickt hat!

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Katzenspiel in Zeitlupe

Hier ein wunderschönes Video über eine spielende Katze in Zeitlupenaufnahmen. Da kann man die Eleganz unserer Bewegungen bewundern. Mit bestem Dank an Isabelle Seemann, die mir das Video geschickt hat!

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Dusty der Einbrecher

In Amerika macht gerade der Siamkater Dusty Furore: Tagsüber ein Schmusekater, verwandelt er sich in der Nacht zu einem Dieb, der in der Nachbarschaft auf Raubzug geht und alles was sich nicht wehrt (und er tragen kann) nach Hause schleppt. Die Menschen, die mit ihm zusammenwohnen, haben seine nächtlich-kleptomanischen Raubzüge mit einer Infrarotkamera dokumentiert …

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Hodge, der austernfressende Kater von Dr. Samuel Johnson

Dr. Samuels Kater Hodge, Bronzeplastik des Bildhauers Jon Buckley.

Samuel Johnson (* Lichfield    1709, † London 1784), ist einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller und Gelehrten, der durch sein zweibändiges, 1755 in erster Auflage erschienenes Dictionary of the English Language, das alle wesentlichen Wörterbücher der englischen Sprache beeinflußt hat, weltberühmt wurde. Johnson ist nach Shakespeare der meistzitierte englische Schriftsteller, über sein Leben sind wir vor allem durch eine umfangreiche Biographie seines Freundes James Boswell aus dem Jahr 1791 außergewöhnlich gut informiert. Ab 1737 lebte Johnson in London, von 1748 bis 1759 in einem Haus am Gough Square unweit der Fleet Street, dem damaligen literarischen Zentrum Londons, wo er sein Wörterbuch in siebenjähriger Arbeit fertigstellte. In diesem Haus lebte er mit seinem Kater Hodge zusammen. James Boswell erinnerte sich in seiner Biographie sehr gut an den Kater: »In diesem Zusammenhang darf nicht übergangen werden, wie tierlieb Johnson war. Es wird mir unvergeßlich bleiben, was er sich von Hodge, seinem Kater, alles gefallen ließ, für den er selber Austern holen ging, weil er befürchtete, falls er seinen Diener damit betraute, könnte dieser eine Abneigung gegen das arme Tier fassen.« Nun darf man nicht annehmen, Johnson hätte im Luxus geschwelgt und seinen Kater verwöhnt. Im 18. Jahrhundert wuchsen Austern in großen Mengen an der Küste Englands. Sie wurden so preiswert verkauft, daß sie für die Armen ein Hauptnahrungsmittel darstellten. Johnsons Diener wäre vermutlich entsetzt gewesen, hätte er das Billigfutter für den Kater besorgen müssen. Boswell selbst konnte Katzen nicht ausstehen: »Ich muß gestehen, daß mir die Anwesenheit des obengenannten Hodge oft recht lästig war.« Ihn störte wohl auch, wie vertraulich Samuel Johnson mit seinem Kater umging: »Ich erinnere mich, wie Hodge sich eines Tages mit augenscheinlich großer Wonne in Dr. Johnsons Brust verkrallte und ihm mein Freund, lächelnd und leise pfeifend, den Rücken kraulte, ihn am Schwanz zog und auf meine Bemerkung, es sei ein feiner Kater, erwiderte: ›Ei, gewiß, Sir, aber ich habe Katzen gehabt, die ich lieber mochte‹, und als spüre er, daß Hodge ihm diese Bemerkung übelnehme, hinzufügte: ›Doch, doch er ist ein feiner Kater, wirklich ein sehr feiner Kater.‹« Über die von Johnson erwähnten anderen Katzen haben wir kaum Informationen. In einem Brief von 1738 nennt er allerdings eine weiße Katze namens Lily und beschreibt sie als ein Tier, das sich sehr gut benommen habe. Und in seinem Wörterbuch findet sich noch ein kurzer Eintrag über Katzen. Danach sind Katzen »domestizierte Tiere, die Mäuse fangen. Zoologen halten sie für die kleinste Unterart der Löwen.« Wir kennen weder Hodges Alter noch das Jahr seines Todes. Allerdings ist überliefert, daß Johnson für Hodge Baldrian besorgte    (das ähnlich wie Katzenminze wirkt), als dieser im Sterben lag, um ihm die letzten Stunden zu erleichtern. Nach dem Tod des Katers widmete ihm der englische Dichter Percival Stockdale eine Elegie: »Der, wenn sein Herr ihn streichelte | leidenschaftlich schmeichelte. | Und niemals vergaß zu schnurren den Dank | wenn sein schwarzes Fell in Wonne versank.«

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Name: Humphrey, Wohnsitz: Downing Street Nr. 10

Da nun angesichts der Ratten- und Mäuseplage im Haus des britischen Premierministers alle Welt über das Problem berichtet und hier und da der legendäre Kater Humphrey erwähnt wird, ist es an der Zeit, dessen Geschichte einmal kurz zu erzählen.

Der schwarzweiße Streuner Humphrey tauchte im Alter von etwa einem Jahr 1989 während der Amtszeit Margaret Thatchers in der Residenz der Premierministerin auf – und blieb. Er erwies sich als fleißiger Mäusejäger und stand auch Thatchers Nachfolger John Major mit Rat und Trost zur Seite. Kurz nach der Amtsübernahme von Tony Blair wurde Humphrey jedoch in Pension geschickt, an einen geheimen Ort in der Londoner Vorstadt. Als offizielle Begründung wurde ein Nierenleiden genannt. Unterderhand munkelte man jedoch, Cherie Blair hasse Katzen. Tony Blair löste mit Humphreys Exilierung eine mittelschwere Staatskrise aus, die in allen Medien kontrovers diskutiert wurde. Ein Journalist konterte die Mitteilung von Humphreys Umzug mit der Frage: »Ist es vielleicht ein Friedhof?« Der für seine Exzentrik bekannte Tory-Abgeordnete Alan Clark vermutete in einer Zeitungskolumne, Humphrey sei wahrscheinlich »auf der Flucht erschossen worden«. Er kommentierte die offizielle Version seiner Pensionierung mit den Worten: »Ich glaube das erst, wenn ich Fotos in seiner neuen, ländlichen Umgebung sehe. Bis dahin ist Humphrey für mich eine vermißte Person. Was hat eigentlich amnesty international dazu zu sagen?« Daraufhin ließen Blairs pr-Strategen den Kater unter strikter Geheimhaltung an seinem neuen Wohnort auf tagesaktuellen Zeitungen fotografieren.

Am folgenden Tag kommentierte der politische Korrespondent Andrew Pierce in der seriösen Times auf Seite eins mit britischem Understatement: »Downing Street hat zu einer äußerst ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen.« Am 20. März 2006 verkündete ein Sprecher Tony Blairs den Tod des Katers, zahlreiche Medien veröffentlichten Nachrufe – die Times unter der Schlagzeile: »Die politische Welt trauert um einen Killer namens Humphrey«. Sogar der Spiegel brachte die Meldung (mit Foto) unter der Rubrik »Gestorben«, in der nur selten der Tod eines Tieres vermeldet wird.

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