Cat_Calendar (10) vom 9. April 2013: Joseph Victor von Scheffel

Joseph Victor von Scheffel (* 16.2.Karlsruhe 1826, † Karlsruhe 9.4.1886) Der promovierte Jurist gab seine wissenschaftliche Laufbahn 1852 auf, um Schriftsteller zu werden. 1854 erschien in Stuttgart sein literarisches Erstlingswerk, Der Trompeter von Säckingen, das einer der größten Bestseller des 19. Jahrhunderts wurde und zahllose Auflagen erlebte.

Titelblatt der Ausgabe von 1896

Titelblatt der Ausgabe von 1896

Eine der Hauptfiguren des Buches ist der Kater Hiddigeigei, der entfernt an Heinrich Heines literarische Katze Mimi erinnert. Doch im Gegensatz zu Heines nach politischer Freiheit dürstenden Mimi ist Hiddigeigei kein optimistischer Charakter. Die Lieder des Katers Hiddigeigei beschreiben ihn als misanthropischen Philosophen: »Da ward Hiddigeigei entsetzlich belehrt, | Da ließ er das Schwärmen und Schmachten, | Da ward er trotzig in sich gekehrt, | Da lernt’ er die Welt verachten.« Und Hiddigeigei folgert: »Menschentun ist ein Verkehrtes, | Menschentun ist Ach und Krach; | Im Bewußtsein seines Wertes | Sitzt der Kater auf dem Dach!« – Was ja keinesfalls gegen den Kater spricht!

Der Kater Hiddigeigei. Illustration aus der Ausgabe von 1896

Der Kater Hiddigeigei. Illustration aus der Ausgabe von 1896

Hiddigeigei kann man auch im Internet begegnen. Unter www.trompeter-von-saeckingen.de hat Bad Säckingen eine umfangreiche Trompeter-von-Säckingen-Homepage zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs eingerichtet. Hiddigeigei muß dort allerdings mit einer einzigen Seite vorliebnehmen. Immerhin wird die Wirkungsgeschichte des Buches gut dokumentiert.

Einem eher zufälligen Fund im Internet ist es zu verdanken, dass genau einem Tag vor dem 123. Todestag von Joseph Victor von Scheffel ein sehr seltenes Sammelstück in das Archiv von Kater Paul eingestellt werden konnte. Eine Schallplatte aus dem Jahr 1985: Ballade und Lieder des Katers Hiddigeigei, komponiert von Kurt-Rolf Ronner.

Foto.1

Das hier auch abgebildete Begleitheft beinhaltet die gesamte Notation der klavierbegleitenden Baßstimme. Auf der Schallplatte ist  einer meiner Lieblingstexte des Katers Hiddigeigei vertont:

Auch ein ernstes, gottesfürchtig | Leben nicht vor Alter schützet. | Mit Entrüstung seh’ ich, wie schon | Graues Haar im Pelz mir sitzet. | Ja, die Zeit tilgt unbarmherzig, | Was der einzle keck geschaffen – | Gegen diesen scharfgezahnten | Feind gebricht es uns an Waffen. | Und wir fallen ihm zum Opfer, | Unbewundert und vergessen; | O, ich möchte an der | Turmuhr beide Zeiger fressen!

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