Das Katzenpult der Olivetaner

© Copyright Photoservice Electa/Leemage

Dies ist das Chorpult in der Klosterkriche der Abtei Monte Oliveto Maggiore, die in der Toskana südlich von Siena liegt. Der den Benediktinern nahestehende Mönchsorden der Olivetaner existiert seit 1319, und die heute noch von Mönchen bewohnte Abtei Monte Oliveto Maggiore ist das Mutterhaus des Ordens.

Der Olivetanermönch Raffaele da Brescia (1479-1539) schuf dieses Chorpult im Jahr 1507. Das ist insofern erstaunlich, da nicht viele Jahre zuvor Papst Innozenz VIII. in seiner Bulle Summis desiderantes affectibus Katzen zu heidnischen Tieren erklärt hat, die mit dem Teufel im Bunde stehen. Die sogenannte Hexenbulle ebnete dann auch den Weg zur Hexenverfolgung im Mittelalter, aber auch zur Verfolgung und Verbrennung vieler Katzen, die damals als Hexentiere galten. Erstaunlich also, dass diese wunderbare Intarsienarbeit just zu dieser Zeit in einem italienischen Kloster entstand – und doch wieder nicht.

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Denn Katzen wurden in den Klöstern ganz anders bewertet (und behandelt) als in der offiziellen Kirche. Kein Wunder, sie schützten ja auch die Ernteerträge der Klöster vor den Ratten und Mäusen. Vom Beginn des christlichen Mönchtums bis heute haben Katzen in den Klöstern gelebt. Im Mutterhaus der Olivetaner leben heute noch die entfernten Nachkommen dieser Intarsien-Katze aus dem frühen 16. Jahrhundert.

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