Kuching – Die Hauptstadt der Katzen

Sarawak ist ein selbständiger Bundesstaat der malaiischen Konföderation, sein Territorium liegt an der Nordküste der Insel Borneo und die 1839 gegründete Hauptstadt heißt Kuching. Kuching ist das malaiische Wort für Katze.  Es wird erzählt, daß der Name der Hauptstadt aus einem Mißverständnis heraus entstanden ist. Danach soll James Brooke, der erste weiße Herrscher von Sarawak, bei seiner Ankunft an der Stelle der heutigen Hauptstadt einen Einheimischen nach dem Namen des Ortes gefragt haben. In diesem Moment lief eine Katze über die Straße, und der Einheimische dachte, Brooke frage ihn nach dem malaiischen Wort für Katze. Deshalb bekam er »Kuching« zur Antwort. So soll der vormals namenlose Küstenflecken zu seiner Bezeichnung gekommen sein. Andere berichten von vielen wilden Katzen, die früher in dieser Gegend streunten, und der Stadt Ihren Namen gegeben haben.

 

Wie dem auch sei: Kuching ist die einzige mit dem Wort Katze zu übersetzende Hauptstadt der Welt und macht ihrem Namen alle Ehre – obwohl man darüber, wenn man den Berichten vieler Besucher folgt, sehr unterschiedlicher Meinung sein kann. An zahllosen Ecken und Plätzen der Stadt stehen überdimensionierte Katzenstatuen, meist aus Beton, weiß oder bunt angemalt, die von der Mehrzahl der Besucher als ästhetisch umstritten empfunden werden – um das einmal zurückhaltend zu formulieren.

Dieses Urteil gilt auch für die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, das auf einem Hügel stehende Katzenmuseum. Der Journalist Michael Lenz berichtete darüber in der Berliner Zeitung vom 27. November 2007: »Man betritt das architektonisch zwischen Raumkapsel und Moschee angesiedelte Museum durch ein riesiges Katzenmaul. Gleich dahinter hocken zwei alptraumgroße Katzen in den traditionellen Kostümen der Malaien.« Im Museum selbst findet man neben zahllosen Katzenfiguren aller Provenienzen, Katzenfutter in Dosen, Katzenpflegeutensilien, Katzentoiletten, Werbe- und Filmplakate, malaiische Sprichwörter und Cartoons sowie eine Portrait-Galerie berühmter Katzenliebhaber: Queen Victoria, Ernest Hemingway, Anne Frank und Ursula Andress, um nur einige zu nennen.

Nach Auskunft von Michael Lenz informieren einzelne Abteilungen »über die Naturgeschichte der Katzen, Katzenpflege, Katzenbücher oder Katzen auf Briefmarken. Und man erfährt etwas über die Rolle der Katzen in Religionen.«

Auch wenn sich viele Besucher über dieses Museum mokieren (»Mehr Kitsch geht nicht. Wenn man etwas in Kuching nicht gesehen haben muß, dann dieses Museum«, heißt es in einem Reisebericht von Christoph Risch auf der Homepage der Verlagsgruppe Rhein Main vom 7. Juli 2007) – für Katzenfreunde wird sich diese Kuriosität in jedem Fall lohnen. Weshalb sollte man sie beim Besuch der Hauptstadt der Katzen links liegen lassen?

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