Kater erbt 12 Millionen Euro

Diesmal in Rom. Tommasio heißt nach zahlreichen Medienberichten der schwarze Kater, ein ehemaliger Streuner, der sich nun über eine Millionenerbschaft freuen kann. Der Spiegel hat sich die Mühe gemacht, diese Geschichte gründlich zu recherchieren und herausgefunden, dass die kürzlich verstorbene Witwe eines Bauunternehmers tatsächlich ihrem Kater ein Millionenvermögen an Bargeld und Immobilien vermacht hat. Den Kater hatte sie vor etwa vier Jahren in einem Müllcontainer eines römischen Parks als hilfloses Junges gefunden und zu Hause aufgepäppelt.

Geschichten wie diese gehen immer wieder um die Welt, und man wundert sich, wie viele reiche Tiere es gibt. Da sind zum Beispiel auch die fünfundzwanzig Katzen des Ende Januar 2000 in Lugano verstorbenen O.W. Fischer. Nach einer Meldung im Hamburger Abendblatt vom 4. Februar 2004 hat der Schauspieler ihnen stolze zwölf Millionen Euro vermacht. Bei anderen Tieren ging es um noch viel mehr Geld. In Kapstadt beispielsweise lebt Kalu. Sie zählt zu den reichsten Geschöpfen unseres Planeten und besitzt ein Immobilienvermögen von über sechzig Millionen Euro. Kalu ist eine Schimpansin. Doch auch diese unglaubliche Summe wurde noch getoppt – das reichste Tier der Welt treffen wir auf den Bahamas an: Gunther iv. ist ein Schäferhund. Als seine Besitzerin, die deutsche Gräfin Karlotta Liebenstein, 1992 auf den Bahamas verstarb, hinterließ sie dessen Vater (also Gunther iii.) nach Berichten zahlreicher Medien sagenhafte fünfundsechzig Millionen Dollar. Diese Nachricht ging allerdings erst durch die Weltpresse, als die Erbverwalter des Schäferhundes im Sommer 2000 für 7,5 Millionen Dollar ein nicht unbedeutendes Anwesen erwarben. »Madonnas Luxusvilla wird die nobelste Hundehütte der Welt« titelte die Welt belustigt. Der offizielle Käufer der Villa, die Gunther Corporation, verwaltete zu diesem Zeitpunkt bereits ein Gesamtvermögen von über zweihundert Millionen Dollar. Gunther iv. – so sein Pressesprecher – würde bei seinen Aufenthalten in Miami im früheren Schlafzimmer der Pop-Diva residieren.

Diese und ähnliche Meldungen vermitteln auf den ersten Blick den Eindruck, als würde den Tieren das Geld tatsächlich gehören – was blanker Unsinn ist. Selbst im land der unbegrenzten möglichkeiten können Tiere nicht als Erben eingesetzt werden. Das gilt erst recht für Deutschland. Zwar hat eine Reform des Bürgerlichen Gesetzbuches in unserem Land 1990 die Rechtsstellung der Tiere, also auch der Haustiere, in einem Punkt entscheidend verbessert, aber das hatte keine Änderung des bis dato geltenden Erbrechts zur Folge. Doch der Reihe nach. Schon immer galt im Deutschen Recht die Auffassung des alten römischen Rechts, wonach Tiere den Sachen zugerechnet werden. Erst 1990 wurde im Bürgerlichen Gesetzbuch der § 90a eingeführt. Darin heißt es juristisch knapp: »Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.« Zwar werden Tiere seitdem nicht mehr als Sachen angesehen, aber der Status einer eigenen Rechtsfähigkeit wird ihnen (noch) nicht zugestanden. Und nur Personen oder Organe (Firmen, Vereine, Stiftungen usw.) mit eigener Rechtsfähigkeit können erben. Tiere dagegen gehören zum Vermögen des Verstorbenen und werden nach wie vor an die Erben vererbt. Detaillierte Informationen zum Erbrecht in Bezug auf Haustiere findet Ihr auf diesem Blog hier: Link

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2 Antworten zu “Kater erbt 12 Millionen Euro

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