Suzanne Valadon (1865-1938)

Suzanne Valadon, Katze, 1918, Öl auf Leinwand

Marie-Clémentine Valadon wurde 1865 als Tochter einer Wäscherin in Bessines-sur-Gartempe in Frankreich geboren. Sie verdiente ihren Unterhalt zunächst in einer Fabrik für Grabkränze, als Gemüseverkäuferin in den Pariser Markthallen und als Serviererin. Mit 15 Jahren war ihr der Montmartre vertraut. Sie lernte Maler kennen, die sie zum Zirkus Mollier brachten, da sie unbedingt Trapezkünstlerin werden mochte. Ein Unfall bei einem ihrer waghalsigen Sprünge beendete diese Karriere. Sie wurde nun als Modell für Renoir und Toulouse-Lautrec bekannt.

Eine Liebesaffäre mit Henri de Toulouse-Lautrec wurde für Suzanne Valadon eine ganz besondere. Er war es auch, der ihr ihren KünstlernamenSuzanne gab, da Marie seiner Ansicht nach ein viel zu braver Name sei, wo er sie doch so leidenschaftlich und wild kenne. Die Beziehung der beiden endete, als Suzanne drohte, sich umzubringen, wenn Toulouse-Lautrec sie nicht heirate. Er tat es nicht, und die Beziehung zerbrach.

Suzanne hat als Autodidaktin niemals eine Akademie besucht. Sie erlernte ihren neuen Beruf, indem sie aufmerksam die Maler bei ihrer Arbeit beobachtete und studierte. Während der sieben Jahre als Modell bei Renoir hatte dieser sie einst bei einer Arbeit an einem Selbstporträt überrascht, und Henri de Toulouse-Lautrec, der während ihrer Beziehung zufällig einige Zeichnungen entdeckte, schickte sie mit den besten davon zu seinem großen Idol, dem Maler Edgar Degas. Der fast blinde, menschenscheue Maler und große Künstler fand Gefallen an Suzannes Zeichnungen. Die beiden wurden sehr gute Freunde; eine Freundschaft, auf die Henri de Toulouse-Lautrec lange mit Eifersucht reagierte. Degas lehrte sie die Kunst der Radierungin der Technik des Weißlackverfahrens. 1895 wurden ihre erste Radierungen veröffentlicht. Degas war es auch, der die ersten Zeichnungen von ihr kaufte und ihre Werke bei Kunstsammlern und -händlern einführte.

Suzanne Valadon ist heute kaum noch bekannt, obwohl sie zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 19./20. Jahrhunderts zählt. Das hier wiedergegebene Katzenbild befindet sich in Privatbesitz. Über ihre Beziehung zu Katzen ist leider nichts bekannt.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter KunstKatzen

2 Antworten zu “Suzanne Valadon (1865-1938)

  1. Rolf

    Wunderbar!
    Davon will ich mehr haben!

  2. Sollst Du auch haben. Am Wochenende kommt das nächste Bild …

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