Katzenstreu

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verwendete man im Haus hauptsächlich Sand, Holzasche oder Papier zur Füllung von Katzentoiletten. 1947 kam die Halterin einer Wohnungskatze aus Michigan in ein kleines Farmergeschäft, um sich nach einer Alternative zu erkundigen, weil ihre Katze mit der von ihr immer genutzten Holzasche die gesamte Wohnung verschmutzte. Der Sohn des Geschäftsinhabers, Edward Lowe, riet ihr, es mit gebranntem Tongranulat zu versuchen, das man in verschiedenen Industrien als Bindemittel für flüssige Fette nutzte. Kurz darauf kam Kaye Draper hocherfreut erneut in den Laden, um einen großen Sack von dem Granulat zu kaufen – eine neue Geschäftsidee war geboren. Edward Lowe füllte daraufhin mehrere Papiertüten zu fünf Pfund von dem Granulat, beschriftete sie mit der selbsterfundenen Bezeichnung »Kitty Litter« und versuchte den Besitzer der örtlichen Tierhandlung davon zu überzeugen, die Beutel für 65 Cent anzubieten. Der lachte ihn nur aus, denn Sand oder Holzasche konnte man für einen Bruchteil dieser Summe erwerben. Lowe empfahl dem Tierhändler schließlich, die von ihm abgefüllten Beutel zu verschenken. Dessen Kunden kamen nach dem Verbrauch der Katzenstreu wieder und waren tatsächlich bereit, 65 Cent pro Beutel zu zahlen. Daraufhin gründete Edward Lowe eine Firma und bereiste eine Stadt nach der anderen, um seine Katzenstreu vom Lastwagen an örtliche Händler zu verkaufen. Um sein Kitty Litter schneller bekannt zu machen, besuchte er Katzenshows und bot allen Ausstellern an, den Inhalt der Katzenklos einmal kostenlos mit seiner neuen Erfindung zu füllen. Der geschäftliche Erfolg stellte sich bald ein. Er konnte damit beginnen, die Katzenstreu selbst industriell herzustellen. Vierzig Jahre später machte sein Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen US-$, 1990 verkaufte er die Firma für 200 Millionen US-$. Edward Lowe starb 1995 als schwerreicher Mann im Alter von 75 Jahren.

Der internationale Dachverband der Heimtierbedarfshersteller schätzt, daß in etwa 60 Millionen Haushalten Europas Katzen leben. Wenn alle Europäer jährlich etwa soviel Geld für Katzenstreu aus- geben wie die Deutschen, würde der europäische Jahresumsatz für Kitty Litter ungefähr 1,6 Milliarden Euro betragen! Hersteller von Katzenstreu beschäftigen übrigens zahlreiche Katzen in    ihrem    Unternehmen. Diesen Katzen obliegt gewissermaßen die »Endkontrolle« der produzierten Streu.

PS: Dies ist übrigens ein inhaltlich angemessener Platz, um einmal Werbung für das Premium-Katzenstreu Biokat’s der Firma Gimborn zu machen, die nun auch Hauptsponsor der zweiten Berliner Katzen-Krimi-Nacht wird. Vielen Dank!

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Curiositäten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s