»Katzen hören gern Musik«

Gaspare Traversi (1731-1769), Das Konzert, o.J.

Diese Meinung kann man zahllosen Äußerungen von Schriftstellern und anderen Künstlern entnehmen. Beginnen wir mit Théophile Gautier: »Auf einem Stapel von Notenblättern sitzend, hörte sie aufmerksam und vergnügt zu, wie Sängerinnen bei mir, am Klavier eines Musikkritikers, Proben ihres Könnens ablegten. Schrille Töne gingen ihr freilich auf die Nerven.« Das Klavier scheint das Lieblingsinstrument der Katzen zu sein – im Zusammenhang mit musikalischen Katzen wird es jedenfalls am häufigsten in der Literatur erwähnt. So auch bei Marcel Jouhandeau: »Sobald ich mich ans Klavier setze, schleicht der Musikliebhaber näher, und noch niemals habe ich Minos dabei ertappt, daß er, solange das Konzert dauerte, mit etwas anderem beschäftigt gewesen wäre, als andachtsvoll zu lauschen; auch ist mir nicht erinnerlich, daß er dem Instrument je den Rücken zugedreht hätte. Als gebiete dies der Respekt, kehrte er bei der ersten Note sich den Tönen zu, geschlossenen Auges.« Auch Henning Mankell lebte mit musikalischen Katzen – doch nicht jede war so respektvoll wie Minos: »Einige meiner Katzen liebten Musik. Ich erinnere mich besonders an eine, die stets einschlief, wenn ich Bach spielte.« Manchmal hören Katzen sogar konzentrierter der Musik zu, als die Menschen, mit denen sie zusammenleben. Der Maler Balthus erzählt davon in seinen Erinnerungen: »Sie lauschen Mozart mit mir, während ich im Salon vor den großen Fensterscheiben einschlummere, die das goldene Licht der Nachmittagssonne hereingelassen. Gewiß kennen die Katzen die Partitur von Così fan tutte auswendig.«

Auch in der Malerei taucht das Motiv der Musik hörenden Katze häufig auf. Der Neapolitaner Gaspare Traversi (1732-1769), hat auf seinem oben gezeigtem Gemälde Das Konzert eine Musik hörende Katze dargestellt. Sie liegt mit angewinkelten Vorderpfoten vor einem Cembalo, dreht dem Betrachter den Rücken zu und lauscht mit spitz aufgerichteten Ohren der Musik. Die um das Cembalo versammelten älteren Menschen konzentrieren sich dagegen eindeutig auf die hübsche Cembalospielerin. Dieses Bild soll uns demnach sagen: Allein die Katze genießt die Musik.

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