Sprichwörter 2

Wer mit Katzen spielt, muß sich gefallen lassen, wenn er gekratzt (gebissen) wird

Zu diesem eigentlich kaum erläuterungsbedürftigen Sprichwort fügt Karl Friedrich Wilhelm Wander in seinem Sprichwörterlexikon als nähere Erklärung ein englisches Gerichtsurteil aus dem Jahr 1837 an. Danach hatte eine Karoline Newton, eine wohlbeleibte Frau in mittleren Jahren, einem gewissen Thomas Saverland ein Stück seiner Nase abgebissen, nachdem dieser sie im Scherz habe küssen wollen. Der Geschädigte reichte daraufhin eine Klage vor Gericht ein, die jedoch abgewiesen wurde. »Die Verklagte wurde freigesprochen, wobei der Obmann der Geschworenen dem verstümmelten Kläger erklärte, der Verlust seiner Nase sei allerdings zu bedauern; wer aber mit Katzen spiele, müsse sich gefallen lassen, wenn er gekratzt oder gebissen werde.« Wander fügt noch hinzu, dass »das englische Gesetz im Punkte der aufgenöthigten Küsse sehr streng [sei], und es sind schon Fälle vorgekommen, wo einer mit 100 Pfd. St. Oder mit Gefängnis gebüßt werden musste.« Der schon erwähnte Obmann führte in seiner Urteilsbegründung auf diesem Hintergrund ferner aus: »Meine Herren, wenn ein Mann ein Weib gegen ihren Willen zu küssen versucht, so ist sie meines Erachtens vollkommen berechtigt, ihm die Nase abzubeißen, wenn sie will.« »Und zu essen, wenn sie will«, fügte laut Wander der Rechtsanwalt der Beklagten hinzu.

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