Von den Schiffskatzen

Die Familienbande der Katzen reichen um die ganze Welt und Katzenbanden finden sich überall auf unserem Planeten. Ich fühle mich in dieser globalen Gemeinschaft am stärksten mit den Schiffskatzen verbunden, die unsere Spezies über die ganze Welt verbreitet haben. Richtig raue Gesellen waren die Schiffskatzen, die seit über 3500 Jahren mit den Menschen fahren. Erst im Mittelmeer, dann über die ganze Welt. Mit den Schiffen der Menschen haben wir uns übrigens von Ägypten aus in der ganzen Welt verbreitet und dabei unglaubliche Abenteuer erlebt. Kein Wunder, dass man sich danach ab und zu mal ausruhen muss, in einer EIGENEN HÄNGEMATTE.

Hängematte, Massanfertigung

»Es erscheint undankbar«, schreibt der französische Katzenbuchautor Jean-Louis Hue angesichts der Tatsache, dass viele Katzen tatsächlich wasserscheu sind, »wenn die Katze das Wasser nicht mag. Ihm verdankt sie, daß sie im Kielwasser des Menschen, als alter Seebär, die ganze Erde kolonisiert hat«. Zu den berühmtesten Schiffkatzen aller Zeiten zählen Simon, Oskar und Trim, die hier in nächster Zeit nach und nach vorgestellt werden.

Hier jedoch schon mal einige Vorbemerkungen zur Schiffskatze.

Vor etwa 3.500 Jahren entdeckten die seefahrenden Phönizier in Ägypten die dort domestizierte Hauskatze und schmuggelten sie trotz Exportverbots in großem Stil auf ihren Schiffen außer Landes, um das unbekannte Tier als Mäusevertilger gewinnbringend zu verkaufen. Die Phönizier profitierten natürlich außerdem davon, dass die Katzen ihre Schiffe mäusefrei hielten. Sie erfanden den Beruf der Schiffskatze.

Ohne die Schiffskatzen hätte es die interkontinentale Seefahrt und also auch die Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert kaum geben können, das die Lebensmittelvorräte der Seeleute von den Raten und Mäusen weggeputzt worden wären. Im 15. Jahrhundert sahen die Costumes de la mar (Schiffahrtsbräuche) deshalb vor, daß der Schiffseigner im Falle der Zerstörung seiner Ware durch Ratten nur dann eine Entschädigung erhalten würde, wenn er nicht vergessen hatte, Katzen an Bord zu nehmen. Wenn ihm die Tiere allerdings auf der Reise starben, ging er der Versicherung nicht verlustig. Ähnliches ist auch für die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts belegt. Unter Frankreichs Marineminister Jean-Baptiste Colbert bestimmte eine Verordnung, daß ein Schiff nur dann den Hafen verlassen durfte, wenn sich mindestens zwei Katzen an Bord befanden. Ein entsprechender Passus wurde in jeden Schiffsvertrag aufgenommen. Im Falle einer Mißachtung der Verordnung und einer Beschädigung der Fracht durch Ratten oder Mäuse wurde der Kapitän persönlich haftbar gemacht.

Noch Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts lehnte es eine Versicherung sogar ab, »in Zukunft durch Nager verursachte Frachtschäden an der Ladung anzuerkennen«, falls der Versicherungsnehmer – in diesem Fall eine französische Schiffahrtsgesellschaft – wie angekündigt alle Katzen aus Kostengründen einsparen würde. Die Katzen blieben.

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